18.11.2010 Finanzen
Die Gemeinden in Baden-Württemberg sind verpflichtet, ab 2016 ihr Rechnungswesen in doppischer Form zu führen und damit auch Vermögen und Schulden systematisch gegenüberzustellen. Die Landeshauptstadt hat bereits in diesem Jahr von der kameralistischen zur kaufmännischen Buchführung gewechselt. Somit macht sie die Informationen über die Ergebnis-, Finanz- und Vermögenslage noch transparenter und erleichtert zugleich Haushaltsplanung, -steuerung und -vollzug.
Erster Bürgermeister Michael Föll: “Neben der Verabschiedung eines produktorientierten Doppelhaushaltsplans im Vorjahr, der technischen Umstellung des gesamten Rechnungswesens zum 1. Januar 2010 ist die Aufstellung der Eröffnungsbilanz ein Meilenstein auf dem Weg der ressourcenorientierten Gestaltung und Steuerung. Die Eröffnungsbilanz markiert den formalen Beginn des neuen kommunalen Rechnungswesens der Landeshauptstadt Stuttgart. Es ist quasi der Eintritt in ein neues Zeitalter für das städtische Finanzwesen.
“ Die Bilanz ist zugleich eine interessante Übersicht des städtischen Eigentums: Dazu gehören ca. 27.000 Flurstücke, rund 1.200 Gebäude oder Gebäudeteile, 500 Kinderspielplätze oder 5.000 Straßen mit 1.300 Kilometer Länge, beleuchtet durch 64.000 Lampen. Darüber hinaus sind zum ersten Mal auch offene Forderungen, Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen für zukünftige Verpflichtungen oder unbestimmte Verbindlichkeiten der Stadt ausgewiesen. Die flächendeckende Erfassung und Bewertung des städtischen Vermögens war mit hohem personellen und zeitlichen Aufwand verbunden.
Die Eröffnungsbilanz für die Landeshauptstadt Stuttgart zum 1. Januar 2010 weist eine Bilanzsumme von fast 7,5 Milliarden Euro und ein Basiskapital oder Reinvermögen in Höhe von über 5,2 Milliarden Euro aus. Die Eigenkapitalquote beträgt 73,8 Prozent, unter Einbeziehung der Sonderposten sogar 87,3 Prozent.
Bürgermeister Föll: “Die Eröffnungsbilanz zeigt eindrücklich, dass der Verschuldungsgrad der Landeshauptstadt, besonders im Vergleich mit anderen Großstädten, sich auf erfreulich niedrigem Niveau bewegt und die Konsolidierungserfolge der vergangenen zwei Jahrzehnte sich auch hier dokumentieren.“ Gleichwohl werde deutlich, dass der Großteil des städtischen Vermögens langfristig gebunden ist. Föll weiter: “Deshalb muss ich trotz der beachtlichen Eigenkapitalquote ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Stadt durch die Umstellung der Buchführung keinen Cent mehr Geld in der Kasse hat.“


